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Inhalt

19.03.10 - Pressemitteilung des ESV zu den Haushaltskürzungen der Gemeinde

Kategorie: Allgemeines
Von: Vorstand ESV Lok Elstal

sowie eine Stellungnahme von Kai-Uwe Schulz-Bödeker

Haushaltskürzungen: ESV zeigt sich überrascht und bestürzt

 

 

Angesichts der aktuellen Kürzungen der Vereinsförderung im Rahmen der Haushaltsberatungen in Wustermark spricht der geschäftsführende stellvertretende Vorsitzende des ESV Lok Elstal, Ulrich Seeger, von der schwersten Krise, in der sich der Sportverein in jüngster Zeit befunden hat. Nach seinen Angaben muss der ESV jetzt alle Ausgaben und Aktivitäten auf den Prüfstand stellen.

Die finanzielle Förderung der Gemeinde für den ESV war von den Wustermarker Kommunalpolitikern am Mittwoch von etwas über 110.000 um 45% auf einen Ansatz von ca. 61.000 gekürzt worden. Grund dafür waren die neuen Rahmendaten für den Gemeindehaushalt, die nach neusten Informationen mit einem plötzlich festgestelltem Haushaltsdefizit von 3,6 Mio erheblich schlechter sind, als bislang von der Gemeindeverwaltung dargestellt. Die neuen Zahlen waren erstmals auf der Sitzung des Hauptausschusses Anfang der Woche so deutlich geworden. Vor diesem Hintergrund hatte die Kommunalaufsicht offenbar sehr nachdrücklich gefordert, das von den Gemeindevertretern 2009 beschlossene Konsolidierungsziel einer Begrenzung der freiwilligen Leistungen auf 3% des Gesamthaushaltes einzuhalten.

Der ESV ist von den Kürzungen nach seinen Angaben völlig überrascht worden. Noch im jüngsten Sozialausschuss sei ein Förderbetrag von ca. 110.000 empfohlen worden. Nach Auskunft von Ulrich Seeger hatte der Sportverein daher keine Möglichkeit, sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen. Auf einer eilig einberufenen Sondersitzung des Vereinsvorstandes wurde nun gestern über Handlungsmöglichkeiten beraten. Dabei wurde klar, dass der ESV in den nächsten Monaten buchstäblich ums Überleben kämpfen wird, so Seeger. Der Verein müsse sich nun auf seine Kernaufgaben konzentrieren und alle bereits fest eingeplanten Ausgaben erneut auf den Prüfstand stellen. Inwieweit dabei Personalentlassungen und Einschränkungen im Wettkampf- und Spielbetrieb aufgrund der massiven Mittelstreichungen durchgeführt werden müssen, stehe noch nicht fest; ohne weitere Hilfen seien sie aber wahrscheinlich. Auch die zukünftige Zusammenarbeit des ESV mit der Elstaler Oberschule, der Grundschule Wustermark und örtlichen Kitas sei ungewiss, machte der Vorstandssprecher des Vereins deutlich: Wir wollen die Schüler- und Kinderbetreuung so lange wie möglich unterstützen. Aber nach derzeitigem Sachstand geht dafür wie für viele andere Dinge im ESV im Sommer das Licht aus, sagte Seeger gegenüber der Presse.

Überrascht und bitter enttäuscht von den Ergebnissen der Haushaltsberatungen hat sich auch der Leiter der im letzten Jahr aus Verwaltung, Kommunalpolitikern und Verein zusammengesetzten gemeinsamen Arbeitsgruppe für die ESV-Finanzen, Kai-Uwe Schulz-Bödeker, gezeigt. Die einvernehmliche Arbeit eines Jahres in der AG sei mit den jüngsten Beschlüssen über den Haufen geworfen worden und den beteiligten Akteuren aus Verwaltung und Politik gehöre deshalb die rote Karte gezeigt. Seine Stellungnahme ist im Wortlaut beigefügt.

Für den Vorstand des ESV Lok Elstal

gez. Ulrich Seeger

 

 

Stellungnahme von Kai-Uwe Schulz-Bödeker

Was ist passiert: Man hatte Anfang 2009 auf Basis einer Sozialausschussempfehlung und Gemeinderatsabstimmung und auf Vorschlag des amtierenden Bürgermeisters eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit 8 Mitgliedern, besetzt aus allen 4 im Gemeinderat vertretenen Fraktionen sowie Vertretern der Gemeindeverwaltung und des ESV installiert. Als Leiter der Arbeitsgruppe wurde gemeinsam Kai-Uwe Schulz-Bödeker (ESV) bestimmt. Ziele dieser Arbeitsgruppe wurden durch den Sozialausschuss vorgegeben. Die übergeordneten Ziele lauteten ein gemeinsames Verständnis für die Arbeit des Vereins und die Sinn- und Notwendigkeit sowie tatsächliche Verwendung der finanziellen Mittel zu erreichen. Als Gemeindevertreter ist es an dieser Stelle wichtig und notwendig zu verstehen, ob und in welcher Weise die finanziellen Zuschüsse der Gemeinde (freiwillige soziale Leistungen -Vereinsförderung) beim Verein ankommen und in welcher Form die Mitglieder und damit die Bürger der Gemeinde davon profitieren.

Eine der wichtigsten Anfangsschritte war eine systematische Analyse derVereinsarbeit und der Vereinsmitgliederstruktur. Diese Analyse zeigt auf, dass der ESV nachweislich Sozial- und Jugendarbeit für die Bürger aller Ortsteile der Gemeinde erbringt. Von den knapp 500 ESV-Mitgliedern, sind ca. 2/3 unter 18 Jahre und zu über 70% kommen die ESV`ler aus den Ortsteilen der Gemeinde Wustermark. Das heißt die Förderung kommt punktgenau vor Ort an. Außerdem konnte aufgezeigt werden. dass die Vereinsförderung der Gemeinde über die letzten Jahre und damit bis Ende 2008 nicht an den rasanten Mitgliederzuwachs angepasst wurde sondern auf einem niedrigen Niveau (250 Mitglieder) verharrte. Darauf aufbauend galt es Vertrauen, Transparenz und Planungssicherheit für Gemeinde und Verein für die nächsten 5 Jahre, beginnen mit 2010 und bis 2014 (Mittelfristplanung) zu erreichen. Diese Planungssicherheit wurde mit Aufstellung der Mittelfristplanung bis Ende Oktober 2009, erarbeitet in mehreren gemeinsamen Sitzungen und Workshops, einvernehmlich erreicht. Die Jahresscheibe 2010 (173 T, bei ca. 63 T Eigenanteil ESV – insbesondere Vereinsmitgliederbeiträge!) stellte dann 1:1 die Summe der beantragten  111 T Fördermittel dar.

Ohne vorherige Information, geschweige denn Abstimmung mit dem ESV hat die Gemeindeverwaltung einen Vorschlag zur Kürzung der freiwilligen sozialen Leistungen für Vereine auf 55% der eingereichten Fördersumme auf der entscheidenden Gemeinderatssitzung am 17.03.2010 eingereicht. Diesem Vorschlag folgte eine Mehrheit im Gemeinderat per Abstimmung und Beschluss. Mit einem Federstrich sind ein Jahr Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe und deren gemeinsam erarbeitete Ergebnisse in die Tonne getreten worden!

Und alle Fraktionen - außer der SPD - haben dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt - da muss ich als Sprecher dieser Arbeitsgruppe sagen - wenn man seitens der Gemeindeverwaltung und des Bürgermeisters und der 4 beteiligten Fraktionen das Ziel für die Arbeitsgruppe ausgegeben hatte, Vertrauen, Transparenz und Planungssicherheit für Gemeinde und Verein zu erreichen - kann man nach diesem Abstimmungsverhaltungen und der an den Tag gelegten Kommunikation leicht feststellen, dass die Ziele nicht erreicht wurden – Im Gegenteil! Es ist ein harter und direkter Schlag in das Gesicht des Vereins und seiner Mitglieder.

 

Wenn das der Umgang sein soll, der beispielhaft ist für eine gute Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene , dann hat dies aus Sicht eines Sportlers weder etwas mit Fairplay noch mit gutem Stil zu tun. Der gesamte Vorgang zeugt von keiner guten Umgangskultur geschweige denn von sozialer Kompetenz. Übertragen auf den Fußball, die Hauptsparte beim ESV, müsste man rote Karten an die Akteure in der Gemeinderatssitzung verteilen. Man könnte auch davon sprechen, dass einigen der Abstieg droht, weil die spielerische Klasse nicht ausreicht die Spielklasse zu halten!

 

Als neutraler Beobachter kann man nur feststellen: Es ist ein Tritt gegen jegliches ehrenamtliches Engagement so kann man Motivation gezielt zerstören! Es ist unbegreiflich, wie hier mit Engagement und dem ehrenamtlichen Trainern und Vereinsverantwortlichen sowie den Vereinsmitgliedern umgegangen wird.

 

Somit stehen beim ESV von heut auf morgen die Planungsrahmenbedingungen nicht auf Aufstieg sonder auf Zwangsabstieg - Darauf gilt es sich jetzt im Verein einzustellen - ggf. bis hin zur Einstellung des Spielbetriebs.

 

Denn ohne ausreichende finanzielle Mittel und zu dieser Erkenntnis war die Arbeitsgruppe im Ergebnis gemeinsam und einvernehmlich bereits gekommen - lassen sich  weder die ausreichende Qualität noch Quantität und schon gar keine Kontinuität der von allen Seiten gewünschten Vereinsarbeit erreichen!

 

Ich kann nur feststellen - viel gelernt in dem einen Jahr - und kann nur hoffen, dass einige beteiligte Spieler zum fairen Spiel zurückkehren und sich ihrer Verantwortung für die Gemeinde und seine Bürger bewusst werden - Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und es gibt zumeist eine zweite Chance.

 

Es bleibt Vermutung, aber möglicherweise ist Ausgang der jüngsten Bürgermeisterwahl in Wustermark ein Stück weit mitverantwortlich für das Agieren von Verwaltung und bestimmten Kreisen im Gemeinderat. Im Sport muss man auch verlieren lernen und dies mit Würde und Anstand - erst hier zeigt sich der faire Sportsgeist und der große Sportler!

 

Aber auch eins lernt man im Sport ... gib niemals auf - am Ende wird es

sich auszahlen!!!

 

gez.

 

 

Kai-Uwe Schulz-Bödeker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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